Natürlich kennen Sie Aschenputtel: Herzensgutes Mädchen wird von böser Stiefmutter und Stiefschwestern mit dreckigster Küchenarbeit gedemütigt, erobert aber trotzdem mit märchenhafter Hilfe von Tauben und verstorbener Mutter das Herz des Königssohns und den Platz an seiner Seite.
Aktuelle Beispiele gibt’s allerdings kaum. Sylvia war Olympiahostess, Diana adelige Kindergärtnerin und auch Letizia hat über den Ölschlamm mehr berichtet als darin zu wühlen. Und Camilla taugt wohl doch eher als „böse Schwester“ denn als Aschenputtel, obwohl optisch ….
Nur - „böse Schwestern“, ja die gibt’s auch vor Ort zuhauf.
Ach, Sie wissen nicht inwiefern. Nein, es geht nicht um Ihre große Schwester, die Sie ständig tyrannisiert hat. Es geht um Schuhe.
Richtig – Aschenputtel hatte zierliche kleine Füße und entsprechende Schuhe, anhand derer es gefunden wurde. Genau, die „bösen Schwestern“ hatten große Füße und passten nicht in die kleinen Schuhe. Kein Problem, eine Zehe abgehauen und hinein in die Schuhe.
Wäre alles gut gegangen, wenn da nicht die Tauben gewesen wären: Rucke di guck, rucke di guck, Blut ist im Schuck (Schuh). Und Blut im Schuh gefiel dem Prinzen dann nicht so gut.
Und diese „bösen Schwestern“ begegnen einem jeden Tag.
Ziehen Schuhe an, für die ihr Fuß zu groß ist und wundern sich über Druckstellen und Druckgeschwüre, Entzündungen und andere Folgen.
Sagen immer: „das ist der Schuh, in dem ich am besten Halt finde, der für mich der bequemste ist“ und übersehen die Ausbeulungen am Schuh und die Druckverletzungen am Fuß – richtig, sie merken den Druck nicht, weil der Diabetes die Nerven geschädigt hat.
Waren die Schwestern vom Aschenputtel auch Diabetiker? Nein – im Märchen der Gebrüder Grimm lesen wir „verbiss den Schmerz“.
Bekommen die heimischen „bösen Schwestern“ den Prinzen? Ich hatte bisher nicht den Eindruck.
Und der schimpfende Doktor – der entspricht wohl den Tauben, auch wenn er nur die mit Ölzweig mag. Aber auch er ruft:
Rucke di guck, rucke di guck, Blut ist im Schuh.
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